"In the future, everyone will be famous for 15 Minutes"
Auf dieses Zitat des PopArt-Künstlers Andy Warhol von 1969 bezieht sich der Filmtitel "15 Minutes". Dass er damit Recht behalten hat, zeigt die Flut nachmittäglicher Talkshows, deren Personal von Tag zu Tag ein noch kruderes Privatleben vor der Öffentlichkeit bloßstellt, und natürlich die Container-Show "Big Brother".
Das Thema, wie sich Medien und Kriminalität gegenseitig in einem Teufelskreis befruchten, hat schon viele Filmemacher inspiriert. John Herzfeld, Regisseur der "15 Minutes", der zuvor für "2 Tage in L.A." viel Kritikerlob bekam, sagt: "Früher kamen die Menschen nach Amerika, weil man es hier durch harte Arbeit zu etwas bringen konnte. Heute will niemand mehr für irgend etwas verantwortlich sein, die Leute wollen nur berühmt werden. Dabei haben die meisten nichts geleistet, was ihren Ruhm rechtfertigen würde."
Das ist kein amerikanisch-isoliertes Problem: Als im September 2000 die Olympischen Spiele von Sydney in vollem Gange waren, gaben deutsche Jugendliche in einer Umfrage als Berufsziel "Leichtathlet" an. Dies aber nicht etwa, weil sie sportbegeistert waren, sondern, weil man so ins Fernsehen kommt und berühmt wird. Der körperlichen Anstrengung, die der Jagd auf Medaillen zwangsweise vorausgeht, standen dieselben Jugendlichen eher ablehnend gegenüber.