zur Film Homepage 15 Minuten Ruhm
(15 Minutes)
Plakatmotiv
GENRE: Thriller
DARSTELLER: Robert DeNiro, Edward Burns, Vera Farmiga, Karel Roden, Oleg Taktarov, Kelsey Grammer, Melina Kanakaredes, Tygh Runyan, Janean Christine Mariani, Avery Brooks u.a.
REGIE: John Herzfeld USA 2000
FILMLÄNGE: 121 Minuten

INHALT
Eddie Flemming, charismatischer Chefermittler der New Yorker Mordkommission, ist bekannt dafür, dass er jeden Fall löst. Nicht zuletzt verdankt er das dem Umstand, dass er einen guten Draht zu den Medien hat.

Gerade hat es Flemming auf die Titelseite des PEOPLE-Magazine geschafft. Diesen Erfolg neiden ihm viele Kollegen, aber solange der PR-Profi seine Bekanntheit gewinnbringend in seinem Job einsetzt, kann niemand so recht was dagegen sagen.

Als in einem ausgebrannten Gebäude zwei Leichen gefunden werden, sieht zuerst alles nach einem Unfall aus. Doch der Brandstiftungsexperte Jordy Warsaw ist davon überzeugt, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Er und Flemming bilden ein Team und kommen den Tätern auch schnell auf die Spur. Es sind Oleg Razgul und Emil Slovak, zwei tschechische Killer.

Genauer gesagt: zwei tschechische, filmbegeisterte Killer, die jeden ihrer Morde mit der Videokamera festhalten.

Nachdem sie im US-Fernsehen etwas Nachrichten und einige Talkshows gesehen haben, ist ihnen klar: Selbst gemeingefährliche Killer wie sie können zu berühmten, schwerreichen Promis werden, die für ihre Straftaten offenbar nicht einmal belangt werden. Sie müssen es nur richtig anstellen.

Ihr Ziel also: Sie wollen berühmt werden! Und wie geht das einfacher, als wenn man New Yorks berühmtesten Polizisten --Eddie Flemming-- vor laufender Kamera tötet...


KOMMENTAR
"In the future, everyone will be famous for 15 Minutes"

Auf dieses Zitat des PopArt-Künstlers Andy Warhol von 1969 bezieht sich der Filmtitel "15 Minutes". Dass er damit Recht behalten hat, zeigt die Flut nachmittäglicher Talkshows, deren Personal von Tag zu Tag ein noch kruderes Privatleben vor der Öffentlichkeit bloßstellt, und natürlich die Container-Show "Big Brother".

Das Thema, wie sich Medien und Kriminalität gegenseitig in einem Teufelskreis befruchten, hat schon viele Filmemacher inspiriert. John Herzfeld, Regisseur der "15 Minutes", der zuvor für "2 Tage in L.A." viel Kritikerlob bekam, sagt: "Früher kamen die Menschen nach Amerika, weil man es hier durch harte Arbeit zu etwas bringen konnte. Heute will niemand mehr für irgend etwas verantwortlich sein, die Leute wollen nur berühmt werden. Dabei haben die meisten nichts geleistet, was ihren Ruhm rechtfertigen würde."

Das ist kein amerikanisch-isoliertes Problem: Als im September 2000 die Olympischen Spiele von Sydney in vollem Gange waren, gaben deutsche Jugendliche in einer Umfrage als Berufsziel "Leichtathlet" an. Dies aber nicht etwa, weil sie sportbegeistert waren, sondern, weil man so ins Fernsehen kommt und berühmt wird. Der körperlichen Anstrengung, die der Jagd auf Medaillen zwangsweise vorausgeht, standen dieselben Jugendlichen eher ablehnend gegenüber.

Alle Angaben ohne Gewähr.