A.I.
--Künstliche Intelligenz
(A.I.)
Teaser-Plakat
GENRE: Science Fiction / Drama
DARSTELLER: Haley Joel Osment, Jude Law, Frances O'Connor, Brendan Gleeson, William Hurt u.a.
REGIE: Steven Spielberg, USA 2001
FILMLÄNGE: 160 Minuten

INHALT
Mitte des 21. Jahrhunderts: Die Bodenschätze gehen zur Neige, die Technologie entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit. Die Wohnungen werden überwacht, die Nahrung stammt aus dem Reagenzglas und als Hausangestellte arbeiten keine Menschen, sondern Maschinen. Gartenarbeit, Haushalt, Gesellschaft in einsamen Stunden --für alles gibt es Roboter.

Die letzte --umstrittene-- Hürde in der Roboterentwicklung sind Gefühle. Roboter werden als ausgereifte Haushaltsgeräte angesehen --Emotionen gesteht man ihnen nicht zu. Aber weil so viele Eltern immer noch auf ihre Genehmigung zur Fortpflanzung warten, ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten.

Cybertronics Manufacturing stellt die Lösung vor: David.

Davif ist der erste Roboterjunge, der auf Liebe programmiet ist. Zu Testzwecken wird er dem Cybertronics-Angestellten Henry Swinton und seiner Frau Monica adoptiert, denn ihr eigener Sohn liegt --tiefgefrorenen-- im Krankenhaus und wartet auf die Entwicklung eines Heilverfahrens.

Doch trotz all der Liebe und Hilfsbereitschaft, die David zu geben hat, entsteht unerwartet eine Situation, die ihm dieses Leben unmöglich macht.

David fühlt sich weder von den Menschen noch den Maschinen verstanden --Geborgenheit bietet ihm nur sein Supertoy-Teddybär, mit dem David sich aufmacht, seinen Platz im Leben zu finden. Er entdeckt eine Welt, in der der Unterschied zwischen Roboter und Maschine unüberbrückbar groß und dennoch kaum wahrnehmbar erscheint...


KOMMENTAR
Steven Spielberg verneigt sich vor dem im Frühjahr 1999 verstorbenen Regisseur Stanley Kubrick. Der Macher von "2001 - Odyssee im Weltraum" war mit dem "A.I."-Projekt schon Mitte der 80er Jahre schwanger gegangen. Es basiert auf der Brian Aldiss Shortstory "Supertoys last all summer long". Kubrick konnte das Projekt nicht mehr realisieren. Seine letzte Arbeit wurde "Eyes Wide Shut" mit Tom Cruise und Nicole Kidman.

Steven Spielberg, der mit Kubrick oft über die Verfilmung der Supertoys gesprochen hat, hatte Kubricks Vorschlag, "A.I." gemeinsam zu machen --Kubrick als Produzent, Spielberg als Regisseur-- abgelehnt. Jetzt hat er den Film doch gemacht und versucht, aus Kubricks kühler, sarkastischer Menschenliebe und seiner eigenen naiven Vorstellung vom Guten im Menschen ein homogenes Werk zu machen.

Herausgekommen ist ein moderner "Pinocchio" mit kalter Brillanz in der ersten Hälfte, die Kubrick tatsächlich ähnlich ausgestattet hätte und einer pathetisch-sentimentalen zweiten Hälfte, die dem Zuschauer ein gewisses Maß an Akzeptanz abverlangt: die unbedingte Liebe des Jungen --sensationell: Haley Joel Osment-- zerrt an den Nerven des Zuschauers, der sich dauernd klar machen muss: "Es ist ein Roboter!!!".

Wer heiße Roboterkriege oder stampfende Dino-Action erwartet, ist hier fehl am Platz. Spielberg hat seinen dunkelsten Film gedreht --freilich mit einem Schluss, der sich nahtlos in seine frühen Sci-Fi-Werke einreiht. Ein ambivalentes Märchen um die Liebe, die den Menschen erst zum Menschen macht --die Filmlänge von gut zweieinhalb Stunden ist da allerdings etwas zu viel des Guten. Zwei Stunden hätten sicherlich auch gelangt.

Die Filme von Steven Spielberg

Alle Angaben ohne Gewähr.