A beautiful mind
--Genie und Wahnsinn
(A beautiful mind)
Plakatmotiv
GENRE: Drama
DARSTELLER: Russell Crowe, Ed Harris, Jennifer Connelly, Christopher Plummer, Paul Bettany, Adam Goldberg, Josh Lucas, Vivien Cardone, Anthony Rapp, Jason Gray-Stanford, Judd Hirsch u.a.
REGIE: Ron Howard, USA 2001
FILMLÄNGE: 124 Minuten

INHALT
John Forbes Nash ist Mathematiker, Genie, gutaussehend und hochgradig exzentrisch. Schon in jungen Jahren macht er eine erstaunliche wissenschaftliche Entdeckung --und steht kurz davor, internationale Anerkennung zu gewinnen.

Sein kometenhafter aufstieg in die intellektuelle Stratosphäre erfährt eine dramatische Wendung, als Nashs intuitives Genie von der Schizophrenie bedroht wird. Jetzt muss er sich Herausforderungen stellen, die schon viele andere Menschen vor ihm zu Fall gebracht haben.

Mit Hilfe seiner Frau Alicia kämpft Nash gegen die Krankheit. Nach Jahrzehnten der Qual triumphiert er über die Tragödie und wird 1994 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Seine Theorien haben internationale Verhandlungen zum Thema Welthandelsstrategien, den amerikanischen Arbeitsmarkt und sogar wissenschaftliche Durchbrüche im Bereich der Evoutionsbiologie stark beeinflusst.


KOMMENTAR
John Forbes Nash ist keine fiktive Person. Ron Howards ("Kopfgeld", "Apollo 13", "Der Grinch") Drama hält sich eng an die Biografie des Nobelpreisträgers. Sein Film erhielt im Januar 2002 vier GOLDEN GLOBES ("Bestes Drama", "Hauptdarsteller" Russell Crowe, "Nebendarstellerin" Jennifer Connelly, "Drehbuch" Akiva Goldsman).

Nimmt man den GOLDEN GLOBE --wie üblich-- als Vorboten für den OSCAR, dann könnte Russell Crowe ("Insider", "Gladiator") zum dritten Mal hintereinander für den OSCAR nominiert und zum zweiten Mal hintereinander ausgezeichnet werden --damit würde er den Rekord von Tom Hanks einstellen.

Heute ist John Nash eine lebende Legende. Zusammen mit seiner Frau Alicia Nash lebt er in Princeton, New Jersey, wo er seit vielen Jahren wieder regelmäßig an der Fakultät für Mathematik unterrichtet. Und noch immer geht er jeden Tag zu Fuß zur Universität.


KRITIK
Eine Filmkritik von Jens Zange
(KINOPOLIS-Standort: Bonn-Bad Godesberg)

Russel Crowe und Jennifer Connelly wirken neben dem "echten" Ehepaar Nash wie das Superman-Duo Lois und Clark. Als Zuschauer habe ich mich gefragt wieso ein psychotischer Wissenschaftler eine solche Spitzenfrau abbekommt und die Muskeln eines Amateurboxers aufweist. 
 
Aber die beiden Hauptdarsteller machen diese Besetzungsbedenken schnell vergessen, indem beide überzeugend agieren und dafür zu Recht eine Oscar-Nominierung erhielten. Crowe profitiert allerdings auch von seinem gewitzten Vorbild und dem eigenen Charme seiner stetigen Bemerkungen zu alltäglichen Dingen, wie dem Muster einer geschmacklosen Krawatte. Der Ex-"Gladiator" gibt uns einen Einblick in die facettenreiche Person des John Nash und macht aus ihm einen liebenswürdigen Exzentriker, dessen Genie zu seinem eigenen Verhängnis wird. Der Zuschauer begleitet den Mathematiker durch sein Leben und durch viele emotionale Höhen und Tiefen und ist gebannt, was letztendlich auch ein Verdienst der bezaubernden Jennifer Connelly ist, Nashs Freundin und späteren Ehefrau. Der Zuschauer leidet wenn sie wegen ihres Mannes leidet und jeder im Kinosaal muss ähnlich lächeln wie sie, als sie den recht ungewöhnlichen Heiratsantrag erhält. 
 
Das Leben hat eine perfekte Hollywoodstory geschrieben, voll von Gefühl, Liebe, Vertrauen, Verrat und viel menschlicher Größe. Hollywood schenkt uns einen Film der ungemein einfühlsam das Leben des Nobelpreisträgers skizziert und ihn richtigerweise als Teil eines Ganzen zeigt, als eine Figur umgeben von Familie, Freunden und Kollegen die sein Schicksal miterleben. Ron Howards großartiges Werk unterstreicht, dass Gefühl ohne Kitsch auskommt und trotzdem oder gerade deshalb mitreißt.

Alle Angaben ohne Gewähr.