Als "Black Hawk Down" Mitte Januar 2002 in den USA startete, hatten sich Militärbeobachter und die somalische Regierung insgeheim darauf eingestellt, dass US-Militärs den Filmstart zu einem neuerlichen Angriff auf das Land am Horn von Afrika nutzen könnten. Somalias Rolle als Terroristenrefugium mit vermuteten Verbindungen zu Osama Bin Laden macht "Black Hawk Down" unerwartet aktuell; als das Filmprojekt erstmals angekündigt wurde, war es lediglich Ridley Scotts erster Film für Erfolgsproduzent Jerry "Pearl Harbor" Bruckheimer.
Das Bild des durch die Straßen geschleiften US-Soldaten hat Scott nur sehr entschärft nachstellen können --immer noch bringt seine Destruktivität das amerikanische Selbstverständnis als Supermacht ins Wanken.
Der Film basiert auf Mark Bowdens Tatsachenbericht "Black Hawk Down", der detailgetreu nacherzählt, wie es zur "Tragödie von Mogadischu" überhaupt kommen konnte. In einer kurzen Exposition erfährt der Zuschauer von den 300.000 Hungertoten, den Kämpfen rivalisierender Clans, dem Aufstieg Mohamed Aidids zum gefürchteten Diktator, der die humanitäre Hilfe der Welt durch Lebensmittel für sich rekrutiert und UNO- Friedenstruppen zum Abschuss freigibt.
Die Straßenschlachtszenen werden wegen ihrer Intensität von Kritikern mit der Eingangssequenz aus Steven Spielbergs "Saving Private Ryan" verglichen. Das herrschende Chaos packt den Zuschauer und setzt ihn hilflos dem Dauerfeuer der Heckenschützen und wütenden Somalis aus, die eine scheinbar geschlossene Front gegen die als ungebetene Eindringlinge angesehenen Soldaten bilden.
Weitere --unerwartete-- Aktualität erreicht der Film durch Erkenntnisse, nach denen Osama Bin Laden die Stinger-Raketen geliefert haben soll, die die BLACK HAWK Hubschrauber zum Absturz brachten.
Die Filme von Ridley Scott