Ein intelligenter und routiniert inszenierter Polit-Thriller, nahezu ohne Action aber mit unheimlichem Nervenkitzel. Natürlich erinnert die Grundstory an den Kennedy-Mord 16 Jahre vor dieser Filmproduktion, die entstand, als sich zum wiederholten Mal Untersuchungsausschüsse mit dem Attentat auf den US-Präsidenten befassten.
Regisseur Verneuil bedient sich freizügig bei vielen Motiven aus dem tatsächlich historischen Fall. Ein gefälschtes Foto des angeblichen Einzeltäters, das ihn mit Waffe zeigt, Zeugen, die sterben und geheime Hintermänner, die in den tatsächlichen Verschwörungstheorien einem "militärisch-industriellen Komplex" zugerechnet wurden.
Die im Film erwähnten Experimente, in denen Probanden Freiwilligen tödliche Stromstöße versetzen sollen, hat es tatsächlich gegeben. Sie wurden Mitte der 70er Jahre unter dem Namen "Milgram-Experimente" bekannt. Den Probanden wurde von einem "Versuchsleiter" (= "Autorität mit weißem Kittel") vorgegaukelt, man wolle herausfinden, ob sich Menschen unter Androhung körperlicher Züchtigung besser konzentrieren könnten. Dazu sollten Fragen beantwortet werden. Jede falsche Antwort sollte mit einem Stromstoß bestraft werden --jedes Mal mit etwas höherer Volt-Zahl.
Tatsächlich ging es aber darum, zu testen, wie weit Menschen bereit sind, unschuldige Mitmenschen zu quälen, nur weil es "die Obrigkeit" anordnet. Die Ergebnisse machten deutlich, dass Menschen sehr weit gehen, wenn sie ihre Taten hinter Anordnungen höherrangiger verstecken können.