"Nanu?", staunten Kritiker und Zuschauer, "Ein Kriegsdrama!". Und das von dem Mann, dem man nachsagte, er verhalte sich am Set, wie in einem überdimensionalen Sandkasten.
Tatsächlich hatte Steven Spielberg bereits mehrfach angekündigt, nicht der Kinderzimmer-Märchen-Onkel zu sein, für den man ihn halte, auch er werde reifer. Schon zu "E.T."-Zeiten hatte er ein Buch in der Schublade über einen deutschen Unternehmer und Lebemann, der im Nazi-Regime über 1100 Juden vor der Gaskammer bewahrt. Hierfür sei er aber noch nicht reif.
"Empire of the Sun" füllt in der Spielbergschen Filmographie also nach "Die Farbe Lila" die zweite Regie-Übung auf dem Weg zu "Schindlers Liste". An an den Kinokassen war "Empire of the sun", gemessen an "normalen" Spielbergfilmen, ein Flop. Viele vertraten die Auffassung, Spielberg habe sich von seiner OSCAR-Schlappe bei "Farbe Lila" nicht erholt und wolle gleich nochmal nachlegen. Man sah dem Film sein Bemühen um Ernsthaftigkeit an, nahm aber Spielbergs sentimantale Gefühle und das Happy End übel.
Insgesamt gesehen ist "Empire of the sun" kein Jahrhundert-Werk geworden. Ein spannender Film ist es allemal.
Die Dreharbeiten dauerten 16 Wochen an Originalschauplätzen in Shanghai. Mehr als 15.000 Komparsen wurden benötigt, und insgesamt arbeiteten beinahe 500 Mitarbeiter an Drehorten in China, Großbritannien und Spanien, wobei dies die erste große Hollywoodproduktion ist, die je in der Volksrepublik China entstand. Das Drehbuch zum Film schrieb der Dramatiker Tom Stoppard nach J.G. Ballards gleichnamigen Bestseller.
Die Filme von Steven Spielberg