Eine Filmkritik von Jens Zange
(KINOPOLIS-Standort: Bonn-Bad Godesberg)
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Sam Raimi hat es geschafft! Das schwierigste an "Spiderman" dürfte für den Regisseur gewesen sein, die Story eines tragischen Superhelden ohne
eine Übermenge an Pathos und Melodramatik zu erzählen - und das schafft er.
Was kann sonst noch schief gehen, wenn eine Figur wie Spiderman im lang ersehnten Kassenhit verewigt wird? Nicht viel, genau.Wie auch schon bei früheren Werken schafft es Raimi absolut rasante Action immer wieder mit aufzulockern und streut kontinuierlich gute Gags ein,
die selbst den Superhelden einen menschlichen Charme geben.
Auch die drei Hauptdarsteller passen prima ins Bild, Tobey Maguire ist selbst als
bebrillter Außenseiter zu Beginn des Films glaubhaft und Willem Dafoe fühlt sich in der Rolle des grünen Kobolds so wohl wie einst Jack Nicholson
als der "Joker" in Batman. Auch Spidermans Angebetete Mary Jane Watson ist endlich wieder eine Darstellerin, die nicht unbedingt durch makellose
Schönheit glänzt, sondern durch Authentizität, denn Darstellerin Kirsten Dunst mimt die verschüchterte Traumfrau prima.
Der Rest der Mühe wurde in die Tricktechnik, aber nicht ins Casting gesteckt, denn alle weiteren Darsteller wirken absolut leblos, fast so
zweidimensional wie es die Marvel-Comics auch sind. Die Tricks sind gut, aber nicht ganz so überragend wie erwartet, denn durch die Rasanz der
Szenen hat man keine Chance Detailgenauigkeit zu prüfen und eventuell zu bewundern.
Vieles geht so schnell, das es fast ZU schnell vorbei ist - wie der Film selbst auch. Wenn Spiderman auch in Deutschland ein ähnlicher
Mega-Erfolg werden sollte wie in den USA, dann sicher nicht wegen der Tricktechnik allein oder den Schauspielern an sich, sondern wegen der Leichtigkeit
mit der die 121 Minuten verfliegen. Spiderman ist hervorragendes Popcornkino und das nicht zuletzt weil Regisseur Sam Raimi eines verstanden hat als er
ans Werk ging: "Mit großer Macht kommt auch große Verantwortung."
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