120 Minuten Kinolegende. Die Produzenten Zanuck & Brown, die gerade erfolgreich den "Clou" mit Robert Redford, Paul Newman und Robert Shaw in die Kinos gebracht hatten, hatten sich die Rechte an dem Peter Benchley-Roman gesichert, witterten guten Kinostoff.
Mehrere Regisseure sprachen für das Projekt vor --einer soll sich disqualifiziert haben, weil er dauernd von dem "Wal-Film" gesprochen haben soll. Steven Spielberg war eher zweite Wahl. Damals war er noch ein relativ unbeschriebenes Blatt, hatte einige Folgen erfolgreicher TV-Serien aufzubieten und den TV-Film "Duell", der es in Europa sogar in die Kinos geschafft hatte.
Spielberg hatte ein schlüssiges Konzept. Er gefiel den altgedienten Produzenten. Und sie hielten ihm den Rücken frei, als die Dreharbeiten auf offener See völlig aus dem Ruder liefen. Das Filmprojekt verstieß gegen zwei elementare Hollywood-Regeln:
1.: Drehe niemals auf offener See. Wasser ist unberechenbar!
2.: Drehe niemals mit Tieren!
Im vorliegenden Fall war es zwar nur ein mechanisches Tier, dem man den schönen Namen "Bruce" gab, aber "Bruce" wurde mit dem Salzwasser nicht warm und gab dauernd den Geist auf. Touristen störten die Dreharbeiten ebenso, wie das unberechenbare Wetter.
Beinahe wäre das Projerkt tatsächlich gescheitert.
Beinahe! Irgendwie brachten der "Neue" und sein Team das Ding über die Runden und in die Kinos. "Jaws" wurde der "Erfolgreichste Film aller Zeiten" und von dieser Spitzenposition erst drei Jahre später verdrängt, als Spielbergs Freund George Lucas den "Krieg der Sterne" startete.
Robert Shaw übrigens, der den schmuddeligen, bärbeißigen Haijäger Quint spielte, verbrachte die Drehpausen abseits des schwankenden Schiffs umsorgt von seinem Butler, den der Brite zu allen Dreharbeiten mit auf die "Stabliste" setzen (und von den Produzenten bezahlen) ließ.
Shaw war damals schon ein bekannter Mime. Er hatte die USA extra verlassen müssen, da nach den Arbeiten an "Der Clou" seine Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen war. Also flog er nach Kanada und reiste erneut ein.
Für Richard Dreyfuss begann mit "Jaws" seine Filmkarriere, die 1978 mit einem OSCAR für seine Rolle in "Der Untermieter" ihren ersten Höhepunkt hatte und die er beinahe wegen abslouter Selbstgefälligkeit, Arroganz und Alkoholkonsum frühzeitig in den Sand gesetzt hätte. Später drehte er --wieder mit Spielberg-- den Science-Fiction-Film "Close Encounter of the Third Kind".
Die Filme von Steven Spielberg