--unsterblicher Kino-Mythos--+++von Monstern und Menschen+++ |
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THOMB! ... THOMB! ... THOMB! Die Erde bebt, Fensterscheiben zittern und anfälliges Gemäuer geht vorsichtshalber schon vorher zu Bruch. Dazwischen ein Gewühle und Gewimmel. Hysterische Menschenmassen rennen und flüchten, ans Retten denkt keiner mehr.
Er kommt! 80 Meter hoch, 60.000 Tonnen Lebendgewicht. Der unangefochtene Schwergewichtsmeister.
Ein Supergigant aus Schuppen und Knochenplatten, der mit seinen wuchtigen Pranken nicht nur mühelos Wolkenkratzer abreißt, sondern dank radioaktiven Feueratems jeden Hilfsdrachen vor Neid erblassen läßt.
Wer ihn auf die Matte legen wollte, mußte sich schon was ganz besonderes einfallen lassen. Und selbst dann war der Sieg nur von kurzer Dauer. Godzilla war -und ist- einfach nicht kleinzukriegen. Ganz im Gegenteil: im Laufe der Zeit wuchs er über sich selbst hinaus. Nicht nur, daß er immer größer wurde und schließlich die 100-Meter-Marke übersprang. Er entwickelte auch ganz neue Leidenschaften wie Thai-Boxen, Fußball und Tennis -alles in größerem Maßstab, versteht sich. Einmal gelang ihm sogar ein eleganter Gleitflug über die japanische Walachai. Und 1966 durfte er dann schmachtend einem nur leicht bekleideten Mädchen tief in die Augen blicken.
Die japanischen TOHO-Studios hatten Großes vor, wollten ihre Filme endlich weltweit vermarkten -leider war das mit den japanischen Mythen nur schwer möglich. Niemand im Westen konnte so recht verstehen, warum sich edle Samurai gleich umbringen mußten, wenn ihnen was daneben ging. Diverse Dynastien, schwer erklärbare Mythen aus einer uralten Tradition... dies alles war auf dem Weltmarkt "Kino" eher hinderlich. Und so gingen die TOHO-Leute daran und produzierten sowohl den kunstvollen 'Die sieben Samurai', eine Retter-Story, von der man annahm, daß sie auch im Westen funktionieren müsse (was sie tatsächlich tat, er bekam sogar den Hollywood-Segen, als John Sturges 1960 die Story als Vorlage für seinen Klassiker 'Die glorreichen Sieben' nutzte), als auch -quasi für gröbere Gemüter- "irgendwas mit Monstern".
So also entschied man sich in Japan für die Monsterechse, die aber -getreu fernöstlicher Mythologie- mehr einem Drachen als einem "richtigen" Saurier ähneln sollte. Die Arbeiten am Design des Giga-Alptraums gingen zügig voran. Was Produzent Tomoyuki Tanaka noch fehlte, war ein zugkräftiger Name. Lediglich das "G" stand schon fest. Den Rest soll Tanaka von einem Bekannten eingeflüstert bekommen haben: "Gojira". Der Legende nach wurde so ein hünenhafter Arbeiter der TOHO-Studios gerufen. Andere Quellen berichten, Tomoyuki Tanaka sei ganz allein auf den Namen gekommen -eine semantische Mixtur aus den Begriffen "Gorilla" und dem japanischen Ausdruck für "Wal" ("Kujira")... also sei das Ungeheuer aus dem Meer quasi ein Gorilla-Wal.
So ein Typ wie Gojira (später des weltweit leichter Sprechbaren wegen in 'Godzilla' umgetauft) muß sich ja angemessen furcheinflößend Gehör verschaffen. Den Tontechnikern bei TOHO gelang der große Wurf: Daß Emmerichs Godzilla heute noch genauso brüllt wie vor über 40 Jahren beweist nicht nur das richtige Gespür für monströse Laute, sondern auch zeitlose Eleganz.
Und das ganz ohne großen Aufwand: Eine dicke Klaviersaite wurde mit einem Lederhandschuh in Schwingung versetzt. Der dabei entstandene Laut wurde anschließend per Tonband verlangsamt und bekam so das charakteristische tiefe Knarzen.
Das war nicht nur billiger, das wirkte auch so, was angesichts der angepeilten düsteren Stimmung des Erstlingswerkes nicht ganz ohne Risiko war. Daß es klappte, lag vor allem an einem Trick, den auch Roland Emmerich herzhaft ausschlachtet. Godzilla taucht(e) vornehmlich nachts in strömendem Regen auf, was die Miniaturen weniger miniaturhaft erscheinen ließ. Dazu ein bißchen Zeitlupe... fertig war der monströse Eindruck.
Zwar immer noch schwarzweiß, dafür aber auch schon etwas weniger ernst; es durfte auch mal gelacht werden, obwohl es insgesamt beim düsteren Ton des Erstlings blieb.
Nach 10 Jahren Pause kehrte er 1985 zurück. Wieder ganz der Alte -sprich: der schlecht gelaunte Alleszerstörer, nur tricktechnisch besser drauf -aber immer noch aus Gummi und überlebte noch einmal 10 Jahre, dann verbrannte er endgültig zu radioaktiver Asche. Endgültig? Nein. Nur das Gummikostüm.
Godzilla lebt! Und das seit 1954 in momentan (1998) 23 Kinofilmen. Dagegen sind die Kinoabenteuer eines gewissen britischen Geheimagenten ein Klacks -nicht nur ist der 7 Jahre jünger... mit 18 Filmen auch weitaus weniger beschlagen! Welcome Back, geliebtes Monster! "Godzilla" - Die Kinoserie
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