Bryn Terfel

  • Geschlecht:
    männlich
  • Geburtsdatum:
    09.11.1965
  • Geburtsland:
    Großbritannien

Biographie

Terfel stammt aus Porthmadog im Norden von Wales, geboren am 9. November 1965 in eine Familie, die mit professionellem Gesang wenig vertraut war. Sein Vater hütete Schafe und Kühe, die Mutter arbeitete als Sonderschullehrerin mit behinderten Kindern. Musik war dem kleinen Bryn daher zunächst einmal als Mittel der Therapie geläufig, das er von den Unterrichtsvorbereitungen kannte. Sie begeistere ihn trotzdem und umso mehr. Terfel war drei, als er seine ersten Gedichte aufsagte, vier, als er zu singen begann. Er hatte eine gute Stimme, also konnte man ihn bald bei regionalen Ausscheidungen und Wettbewerben hören. An der Diffryn Natlle Secondary School, einer musisch wenig ambitionierten Schule in seiner Heimatregion Caernarfon, fiel er dadurch auf, nicht nur in der Basketball-Mannschaft erfolgreich zu sein, sondern auch einen Knabenchor ins Leben gerufen zu haben, der bald über den Ort hinaus bekannt wurde.

Richtig professionell betrieb er die eigene Karriereplanung, als er 1984 in die Londoner Guildhall School of Music aufgenommen wurde und bei Arthur Reckless und Rudolf Piernay seine künstlerischen Kenntnisse verfeinerte. Terfel machte seine Sache gut, erhielt ein Kathleen-Ferrier-Memorial-Stipendium (1988) und die Goldmedaille der Guildhall School of Music and Drama (1989), schloss sein Studium im selben Jahr mit Auszeichnung ab und wurde prompt als walisischer Vertreter ausgewählt, um in Cardiff bei der "Singers Of The World Competition" (1989) sein Land zu vertreten. So ließ auch die Oper nicht mehr lange auf sich warten. Anno 1991 gab er seine Einstände an der Welsh National Opera als Guglielmo ("Cosi fan tutte") und Figaro ("Le nozze di Figaro"), einer Rolle, die ihm auf den Leib geschrieben zu sein scheint und mit der er seitdem weltweit auf großen Bühnen wie etwa in Hamburg, Wien, München, Paris, Lissabon, Salzburg oder auch bei seinem Amerika-Debüt an der Santa Fe Opera (1991) gastiert. Es war ebenfalls der Figaro, der ihm bei seinem ersten Auftritt an der New Yorker Metropolitan Opera 1994 viel Lob einbrachte, im Juni 1997 gab Bryn Terfel schließlich mit der gleichen Rolle seinen Operneinstand an der Mailänder Scala.

Doch Terfel sang nicht nur den Figaro. Anno 1992 debütierte er als Masetto in "Don Giovanni" am Royal Opera House, Covent Garden, und 1993 an der Chicago Lyric Opera als Donner ("Das Rheingold"). An der Welsh National Opera war er im Herbst 1993 als Ford in der Peter-Stein-Inszenierung von "Falstaff" zu hören. Ein früher Höhepunkt seiner Karriere war auch sein Rollendebüt als Jochanaan ("Salome") bei den Salzburger Festspielen 1992 unter der Leitung von Christoph von Dohnányi. Seitdem ist Bryn Terfel dort regelmäßiger Gast und konnte außerdem weitere Awards entgegen nehmen. 1992 etwa zeichnete ihn die englische Musikzeitschrift Gramophone als "Young Singer of the Year" aus. 1993 erhielt Bryn Terfel den International Classical Music Award (England) als "Newcomer of the Year".

Terfel machte sich nicht nur als Opernsänger, sondern auch in Konzerten und Recitals einen Namen. Beim Ravinia Festival sang er in Mahlers "8. Sinfonie" unter James Levine. 1993 trat er mit Brittens "War Requiem" in der Royal Albert Hall, als Balstrode in konzertanten Aufführungen von "Peter Grimes" beim Britten Festival und in einem Wagner-Programm beim Silvesterkonzert mit Claudio Abbado und den Berliner Philharmonikern auf. Darüber hinaus tritt er immer wieder bei großen übergreifenden Events in Erscheinung, wenn er etwa im 'Millennium Stadium' mit seiner Stimme ein Rugby-Spiel eröffnet. Denn Terfel versteht sich als Grenzgänger und deshalb ist es ihm ein Anliegen, auch zwischen den einzelnen Gattungen der Musikstilistiken zu vermitteln.

Seit 1989 nimmt Bryn Terfel für die Deutsche Grammophon auf, 1996 unterzeichnete einen langfristigen Exklusivvertrag. Seitdem ist er in sehr unterschiedlichen Rollen auf CD in Erscheinung getreten. Das Repertoire reicht von Prokofieffs "Feurigem Engel" unter der Leitung von Neeme Järvi, über Mahlers "Kindertotenlieder" unter Giuseppe Sinopoli und bis hin zum Figaro, der er mit John Eliot Gardiner für die Archiv Produktion eingespielt hat. Nach seiner Aufnahme mit Schubert-Liedern "An die Musik" (Gramophone Award 1995 "Solo Vocal") erschien 1995 sein zweites Solo-Album "The Vagabond" mit Werken von Vaughan Williams, Butterworth, Finzi und Ireland (Caecilia Award 1995, Edison Award 1996, Classic FM People's Choice Award 1996) jeweils von Malcolm Martineau begleitet. Für die Aufnahme mit Opernarien von Wagner, Verdi, Mozart, Borodin, Rossini und Offenbach bekam er 1996 den Grammy Award als "Best Solo Vocal Performance" zugesprochen. Es folgten ebenfalls preisgekrönte Alben wie Mozarts "Idomeneo" unter der Leitung von James Levine, Zemlinskys "Lyrische Sinfonie" mit Deborah Voigt unter Giuseppe Sinopoli sowie Musicalmelodien von Rodgers und Hammerstein mit dem English Northern Philharmonia unter Paul Daniel (Gramophone Award 1997). Mit den Sammlungen "We'll Keep A Welcome - The Welsh Album" (2000), "Under The Stars" (mit Renée Fleming, 2003) und "Silent Noon" (mit Malcolm Martineau, 2004) wiederum widmete er sich den populäreren Seiten den klassischen und folkloristischen Repertoires.

Quelle: klassikakzente.de

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