Christoph Waltz

  • Geschlecht:
    männlich
  • Geburtsdatum:
    04.10.1956
  • Geburtsland:
    Österreich

Biographie

Österreichischer Schauspieler und Oscar-Preisträger. In der deutschen Fernsehlandschaft auf labile Charaktere, Bösewichte und Melancholiker abonniert, triumphierte Christoph Waltz 2009 in Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" als süffisant sadistischer, abgründig zynischer und grausamer SS-Offizier und "Judenjäger" Hans Landa. "Ich wurde aus meiner kleinen bescheidenen Welt mit seiner großen Energie aus den Fugen gebracht und in seinen Orbit geschleudert", so Waltz, ohne den Tarantino den Film nicht gedreht hätte. Für seine Rolle wurde Waltz mit dem Darstellerpreis von Cannes ausgezeichnet, Beginn eines Preisregens, der ihm 15 weitere Ehrungen einbrachte, darunter Screen Actors Guild Award, Golden Globe und schließlich sogar den Oscar als bester Nebendarsteller.

Christoph Waltz ist ein eigenwilliger Schauspieler, der mit flinken neugierigen Augen, leicht schiefer Kopfhaltung und Kinnspiel sowie Betonung der s-Laute auffällt. Entführer, Mörder, Terroristen, Wilderer und undurchsichtige Charaktere spielt er genauso überzeugend, wie psychisch labile Melancholiker und Selbstzweifler, später auch Kommissare und Detektive, die alle einen merkwürdig faszinierenden Charme ausstrahlen, dem Anica Dobra, Barbara Auer und Iris Berben erlagen. In die deutsche TV-Geschichte ging er in der Titelrolle des tragischen Schlagersängers in "Du bist nicht allein - die Roy Black Story" (1996) ein. 2010 spielt er in Michel Gondrys Comic-Adaption "The Green Hornet" den Mafiaboss und in David Cronenbergs "The Talking Cure" Sigmund Freud, den Vater der Psychoanalyse.

Christoph Waltz wurde 1956 in Wien als Sohn eines Kostümbildnerehepaares geboren, besuchte das Theresianum und wurde dort am Max-Reinhardt-Seminar und in New York am Lee Strasberg Institute ausgebildet. Er gab sein Theaterdebüt 1977 in Wien und hat auf den Bühnen von Köln, Hamburg, Frankfurt am Main, Salzburg und Zürich gestanden. Dem Fernsehdebüt 1976 in "Der Vetter im 7. Bezirk", folgte 1981 das Kinodebüt in "Kopfstand", der die Zustände in der österreichischen Psychiatrie kritisiert. Waltz war in den Krimi-Serien und -reihen "Tatort", "Derrick", "Der Alte", "Kommissar Rex", "Polizeiruf 110", "Der letzte Zeuge", "Stolberg" und "Unter Verdacht" zu sehen. Als herausragend gelten seine Leistungen als U-Bahn-Geiselnehmer in "Rosa Roth: Nirgendwo" und der Entführer des Industriellen Oetker in "Tanz mit dem Teufel" (2002).

Waltz war frustrierter Romanautor in der Komödie "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit", der Münsteraner Wiedertäufer Jan van Leyden in "König der letzten Tage" und Oberst der Palastwache in "Katharina die Große" (mit Catherine Zeta-Jones). Er spielte den Terroristen im Actionfilm "Queens Messenger", Wilderer und Wilderer-Jäger im Alpendrama "Jennerwein" und den Geiselnehmer im Olympiastadion in Berlin in "Das Finale" (1997). Er war Arzt in "Herr Lehmann" (2003) und Analytiker in "Der alte Affe Angst" (2003).

Waltz spielte den Workaholic-Ehemann von Kate Winslet im Kammerspiel "Der Gott des Gemetzels" um zwei Ehepaare, die sich wegen Gewalt unter ihren Kindern in die Haare kriegen und gab in der Neuverfilmung "Die drei Musketiere" einen markerschütternden Kardinal Richelieu. Für Terry Gilliam soll Waltz in der bildstarken SciFi-Dystopie "The Zero Theorem" als glatzköpfiges Computergenie nicht weniger als die Weltformel lösen - eine weitere Glanzleistung in der Karriere des Österreichers.

Christoph Waltz wurde mit rund 30 Preisen ausgezeichnet, darunter Adolf-Grimme-Preis (für "Tanz mit dem Teufel"), Deutscher und Bayerischer Fernsehpreis (für "Du bist nicht allein"), Bambi, Goldene Kamera und 0.E.Hasse-Theaterpreis.

Aus erster Ehe mit einer Amerikanerin, hat Waltz drei Kinder. Er ist mit Kostümbildnerin Judith Holste liiert, mit der er eine Tochter hat. Er lebt in London und Berlin.

Aktuell im Kino:

Tulpenfieber
(Tulip Fever)
Produktionsjahr:
2015

Filmographie

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