Die andere Seite der Hoffnung

Der syrische Flüchtling Khaled landet nach einer Odyssee, bei der er seine Schwester verloren hat, in Helsinki. Er beantragt Asyl, doch in Aleppo seien die Zustände laut finnischer Behörden doch nicht so schlimm. Er soll abgeschoben werden und flüchtet aus dem Heim. Er landet im Hinterhof einer Gaststätte, die der ehemalige Hemdenverkäufer Wikström übernommen hat. Die beiden prügeln sich. Doch Wikström lässt Khaled in seinem ehemaligen Lager wohnen und im Restaurant mitarbeiten.

Märchenhafte Tragikomödie um einen Flüchtling aus Aleppo, der in Helsinki Unterschlupf bei einem frischgebackenen Restaurantbesitzer findet. Aki Kaurismäki ist nach mehreren Filmen im Forum mit "Die andere Seite der Hoffnung" 2017 erstmals im Wettbewerb der Berlinale vertreten und wurde von der Jury unter dem Vorsitzenden Paul Verhoeven mit dem Regiebär prämiert. Die Tragikomödie ist der zweite Teil einer Trilogie, die mit "Le Havre" begann und nicht mehr Hafen-, sondern Flüchtlingstrilogie heißt, so der Kultregisseur. Er bleibt seinem seit mehr als 30 Jahren gepflegten Stil treu. Gleich bei den ersten Szenen schmunzelt man und es wird einem warm ums Herz, wie wenn man einen guten alten Bekannten trifft. Die beiden Hauptfiguren werden wunderbar eingeführt: Der syrische Flüchtling Khaled (Sherwan Haji) steigt aus einem Kohlehaufen auf einem Transportschiff wie ein Toter aus dem Grab. Wikström (Schauspieler und Sänger Sakari Kousmanen) legt wortlos Hausschlüssel und Ehering auf den Küchentisch, an dem seine Frau sitzt, die den Ring in den Aschenbecher legt. Besser kann man eine Trennungsszene nicht machen. Im tragikomischen, musikalischen Märchen beantragt Khaled Asyl in Finnland. Kaurismäki zeigt in seiner lakonischen Art die bürokratischen Hürden, wie Khaled von Rechtsradikalen angemacht und auch wie ihm Hilfe von vielen Seiten zuteil wird. Parallel gibt Wikström seinen alten Job als Hemdenvertreter auf und übernimmt ein Restaurant (in dem Sardinen in der Dose und später Sushi mit Sardinen serviert werden) samt seinem eigenwilligen Personal. Dort findet Khaled Aufnahme. Kaurismäki will mit seinem Film das Publikum, ja die Welt verändern, scherzt der finnische Filmemacherveteran. Der dritte Film der Trilogie solle schließlich eine Komödie werden. Bands in Bar und Restaurant, ein altes Radio und die Jukebox spielen finnischen Tango, Liebeslieder, Folk und Blues, Musik, die der Stimmung und dem Tempo der Erzählung entspricht. Gesprochen wird dafür wie üblich nur sehr wenig - und wenn, dann oft Bemerkungen, Dialoge mit staubtrockenen Humor. Nur Khaled darf etwas länger erzählen, in einfachen Worten und mit großem Ernst - von seinem Schicksal und seiner Odyssee. Die finnisch-deutsche Produktion ist ein etwas anderes Flüchtlingsdrama, in dem nicht nur Khaled, sondern auch Wikström und eine ehemalige Kollegin (Kati Outinen als Gast) ihr Leben ändern bzw. woanders hin wollen. Innewohnt ihm eine Mitmenschlichkeit, die über das Flüchtlingsthema hinausgeht. So melancholisch, aus der Zeit gefallen wie die Songs (und viele der Protagonisten) wirken auch Ausstattung und Requisiten - Schreibmaschine und Oldtimer inklusive - bevorzugt in dunklen Blau, Grün und Brauntönen. Auch in diesem Kaurismäki-Film erlebt man keine rasende Kamera, sondern stattdessen sorgfältig aufgebaute Szenen und Bilder. So kann es ruhig noch weitere Jahre weitergehen. hai.

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Bewertung:

Cast

Helia 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
194 8,00 x 4,00m Dolby Digital 7.1

Helia 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
173 8,00 x 4,00m Dolby Digital 7.1

Helia 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
88 4,00 x 2,00m Dolby Digital 7.1

Helia 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
50 4,00 x 2,00m Dolby Digital 7.1

Helia 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
74 4,00 x 2,00m Dolby Digital 7.1

Helia 7

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
80 4,00 x 2,00m Dolby Digital 7.1

Festival

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
86 5,00 x 2,50m Dolby Digital 7.1

Pali

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
248 7,00 x 4,00m Dolby Digital 7.1

Kino 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
153 (+ 2 Rollstuhlplätze) 10,89 x 5,86m Dolby Digital 5.1

Kino 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
362 (davon 20 Comfort/D-Box Seats + 2 Rollstuhlplätze) 15,83 x 7,41m Dolby Digital Atmos

Kino 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
239 (davon 12 Comfort/D-Box Seats + 2 Rollstuhlplätze) 13,05 x 7,52m Dolby Digital 7.1

Kino 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
132 (davon 8 Comfort/D-Box Seats + 1 Rollstuhlplatz) 9,15 x 5,65m Dolby Digital 5.1

Kino 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
162 (+ 1 Rollstuhlplatz) 10,89 x 6,16m Dolby Digital 7.1

Kino 6

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
370 (+ 2 Rollstuhlplätze) 15,83 x 7,98m Dolby Digital 7.1

Kino 7

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
255 (+ 2 Rollstuhlplätze) 13,05 x 7,98m Dolby Digital 7.1

Kino 8

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
133 (+ 2 Rollstuhlplätze) 9,15 x 5,65m Dolby Digital 5.1

Broadway

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
88 5,50 x 2,40m Dolby Digital 5.1

Bambi

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
98 5,70 x 3,20m Dolby Digital 7.1

Rex

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
235 11,10 x 4,80m Dolby Digital 7.1

Classic

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
120 4,50 x 2,50m Dolby Digital 7.1