Loving

Richard und Mildred Loving lieben sich - und haben geheiratet. Ein normaler Akt. Nicht so im Virginia des Jahres 1958, wo Eheschließungen zwischen Menschen verschiedener Hautfarben nicht vorgesehen sind. Die Liebenden werden zu Gefängnisstrafen verurteilt und dann des Bundesstaates verwiesen. Doch das Ehepaar gibt sich kämpferisch und zieht vor Gericht. Vor dem Supreme Court bekommen sie im Fall "Loving v. Virginia" schließlich Recht. Ihre Ehe wird offiziell anerkannt.

Richard und Mildred Loving lieben sich - und haben geheiratet. Ein normaler Akt. Nicht so im Virginia des Jahres 1958, wo Eheschließungen zwischen Menschen verschiedener Hautfarben nicht vorgesehen sind. Die Liebenden werden zu Gefängnisstrafen verurteilt und dann des Bundesstaates verwiesen. Doch das Ehepaar gibt sich kämpferisch und zieht vor Gericht.

Auf einem wahren Fall basierendes Drama um ein Paar aus den Südstaaten, das die Rechtmäßigkeit seiner Ehe vor Gericht erstreiten muss, weil er weiß und sie schwarz ist. Nur drei Monate, nachdem er "Midnight Special" bei der Berlinale vorgestellt hat, war Jeff Nichols schon wieder bei einem großen A-Festival vertreten: "Loving", der fünfte Film des 36-jährigen Amerikaners, ist sein zweiter Film im Wettbewerb von Cannes nach "Mud" im Jahr 2012 (zuvor lief sein "Take Shelter" in der Semaine) und wenn schon nicht tonal und inhaltlich, so aber doch thematisch mit dem Vorgänger verwandt: In beiden Filmen müssen sich Außenseiter einer feindlichen Umwelt erwehren, die Jagd auf alles Andere und Fremde macht. Wie die vorangegangenen Arbeiten spielt auch "Loving" in den amerikanischen Südstaaten, aber anders als die bisherigen Filme von Nichols ist dieser deutlich konventioneller und berechenbarer. Was natürlich auch dem Umstand geschuldet ist, dass der Filmemacher hier seiner Fantasie nicht freien Lauf lassen kann, weil er von einer historischen Begebenheit erzählt, von der Ehe eines weißen Arbeiters mit einer schwarzen Frau im Jahr 1958 im segregierten Süden, die knapp zehn Jahre später dazu führte, dass der Oberste Gerichtshof im Fall Loving v. Virginia entschied, dass Ehe ein Grundrecht ist, bei dem die Hautfarbe der Eheleute keine Rolle spielt. Die damalige Argumentation war auch im vergangenen Jahr von Bedeutung, als der Oberste Gerichtshof die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare durchsetzte. Es ist ein außerordentlich sorgfältig gemachter Film mit einem bestechenden Auge für Details: Jedes Automobil, jedes Musikstück, jede zerschlissene Jeans trägt dazu bei, das Publikum Zeit und Ort förmlich spüren zu lassen. Richard Loving und seine schwangere Verlobte Mildred Jeter stehlen sich aus ihrem Heimatstaat in den District of Columbia, um heiraten zu können. Wenig später werden sie in Virginia festgenommen und drangsaliert, und um einer mindestens einjährigen Gefängnisstrafe zu entgehen, müssen sie sich bereiterklären, ihren Heimatstaat 25 Jahre nicht mehr gemeinsam zu betreten. Mit großer Empathie sieht der Film den beiden Liebenden dabei zu, wie sie ihr Leben mit ihren schließlich drei Kindern in Washington DC einrichten, und später unentdeckt doch wieder nach Virginia zurückkehren, um ihren Familien nahe zu sein. Zu dieser Zeit beginnen Bürgerrechtsorganisationen, auf das Ehepaar aufmerksam zu werden und den Kampf gegen die Ungerechtigkeit aufzunehmen. Natürlich ist es unmöglich, nicht von dieser Geschichte berührt zu sein, von dieser Liebe, die sich mit stiller Halsstarrigkeit allen Repressalien und Härten widersetzt. Besonders Ruth Negga ist großartig als willensstarke Mildred Loving, die die Dinge in die Hand nimmt, während Joel Edgerton in seiner zweiten Rolle für Nichols nach "Midnight Special" den bulligen und wortkargen Richard mit der nötigen Intensität spielt, um einer so nach innen gekehrte Figur, die jeden Augenkontakt meidet, die nötige Präsenz zu verschaffen. Anstatt auf großes Feuerwerk im Gerichtssaal setzt dieser Film nur auf seine beiden Protagonisten, und er macht es ganz still, ganz ruhig, ohne kaum je die Stimme zu erheben oder Tränen zu vergießen. Allerdings kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass sich in diesem Szenario ein noch viel besserer Film versteckt, dass die Möglichkeiten des Stoffs nicht richtig genutzt werden, weil sich der Regisseur den historischen Eckdaten verpflichtet fühlt: Man erfährt nichts darüber, wie sich Richard Loving in einer schwarzen Gemeinde fühlt, wie der Film auch nicht darauf eingeht, wie ein schwarzes Viertel auf seinen scheinbar einzigen weißen Einwohner reagiert. Was denken die beiden Hauptfiguren, was fühlen ihre Kinder? Das wäre noch spannender gewesen. ts.

Vielen Dank für Ihre Bewertung!
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Bewertung:

Cast

Kino 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
153 (+ 2 Rollstuhlplätze) 10,89 x 5,86m Dolby Digital 7.1

Rex

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
235 11,10 x 4,80m Dolby Digital 7.1

Helia 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
194 8,00 x 4,00m Dolby Digital 7.1

Helia 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
173 8,00 x 4,00m Dolby Digital 7.1

Kino 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
362 (davon 20 D-Box Seats + 2 Rollstuhlplätze) 15,83 x 7,41m Dolby Digital Atmos

Classic

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
120 4,50 x 2,50m Dolby Digital 7.1

Helia 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
88 4,00 x 2,00m Dolby Digital 7.1

Broadway

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
88 5,50 x 2,40m Dolby Digital 5.1

Kino 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
239 (davon 12 D-Box Seats + 2 Rollstuhlplätze) 13,05 x 7,52m Dolby Digital 7.1

Helia 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
49 (+1 Rollstuhlfahrer-Stehplatz) 4,00 x 2,00m Dolby Digital 7.1

Bambi

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
98 5,70 x 3,20m Dolby Digital 7.1

Kino 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
132 (davon 8 D-Box Seats + 1 Rollstuhlplatz) 9,15 x 5,65m Dolby Digital 7.1

Helia 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
73 (+1 Rollstuhlfahrer-Stehplatz) 4,00 x 2,00m Dolby Digital 7.1

Kino 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
162 (+ 1 Rollstuhlplatz) 10,89 x 6,16m Dolby Digital 7.1

Helia 7

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
80 4,00 x 2,00m Dolby Digital 7.1

K6 deluxe

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
365 (davon 17 deluxe Sitze + 2 Rollstuhlplätze) 15,83 x 7,98m Dolby Digital Atmos

K7 deluxe

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
251 (davon 14 deluxe Sitze + 2 Rollstuhlplätze) 13,05 x 7,98m Dolby Digital 7.1

Festival

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
86 5,00 x 2,50m Dolby Digital 7.1

Pali

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
248 7,00 x 4,00m Dolby Digital 7.1

Kino 8

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
133 (+ 2 Rollstuhlplätze) 9,15 x 5,65m Dolby Digital 7.1