Gianni Amelio

  • Geschlecht:
    männlich
  • Geburtsdatum:
    20.01.1945
  • Geburtsland:
    Italien

Biographie

In den 90ern gewann er drei Mal den Europäischen Filmpreis "Felix", wurde in Cannes mit dem "Spezialpreis der Jury" ("Gestohlene Kinder"), in Venedig mit dem "Regiepreis" ("Lamerica") und wieder in Venedig mit dem "Goldenen Löwen" ("So haben wir gelacht") ausgezeichnet und für "Offene Türen" 1990 für den "Oscar" nominiert. Der Träger dieser Ehrungen, Regisseur und Autor Gianni Amelio, ist unter den nationalen Filmregisseuren ein Außenseiter und gilt als Enkel des Neorealismus und Bewahrer dieser Tradition des italienischen Films. Amelio wurde 1945 in Kalabrien geboren und fand im Kino Ablenkung von der Einsamkeit der dortigen Dörfer. Mit 18 studierte er in Rom Philosophie, promovierte und wandte sich ab 1970 Film und Fernsehen zu, wo er als Kameramann und Regieassistent begann. Die Arbeit bei der RAI lobte Amelio wegen der Formenvielfalt und Risikobereitschaft des damaligen Fernsehens, für das er mehrere Dokumentationen und Fernsehfilme drehte. 1982 fiel er in Cannes mit seinem Spielfilmdebüt "Ins Herz getroffen" auf. Ein Junge verrät aus unbewältigter Eifersucht seinen Vater (Jean-Louis Trintignant), einen Universitätsprofessor, wegen Kontaktes zu den roten Brigaden an die Polizei. Der nach einem Roman von Leonardo Sciascia entstandene Justizfilm "Offene Türen", in dem Gian Maria Volonté einen Richter auf Sizilien spielte, der in Gewissenskonflikte gerät, brachte Amelio 1990 den ersten "Felix". Zwei Jahre später entstand mit "Gestohlene Kinder" Amelios bekanntester Film. Ein junger Carabiniere aus Kalabrien muss die beiden Geschwister Rosetta und Luciano aus einer Mailänder Trabantenstadt in ein kirchliches Internat in Civittavecchia bringen. Die Odyssee in Form eines Road Movie erzählt von wachsender Freundschaft und Solidarität und zeigt ein verwahrlostes Italien. Eine zweite Odyssee legte Amelio 1994 mit "Lamerica" vor: Ein eingebildeter Yuppie muss in Albanien, wo er mit seinem Partner einen Strohmann für eine Schuhfabrik eingekauft hat, den alten Mann suchen und wird auf dem Weg durch das fremde Land selbst zu einem (Identitäts-)Flüchtling. Amelios "So haben wir gelacht" erzählt 1998 mit deutlichen Parallelen an Luchino Viscontis Meisterwerk "Rocco und seine Brüder" (1960) von zwei sizilianischen Brüdern, die Ende der 50er-Jahre ihr Glück in Turin suchen, in einen Mordfall verwickelt werden und in der Fremde ein eigenständiges Leben führen wollen. Amelio arbeitet seit "Gestohlene Kinder" mit Enrico Lo Verso als bevorzugtem Hauptdarsteller seiner Filme.

Aktuell im Kino:


Filmographie

Starnews

©Stuart C. Wilson/Getty Images
Idris Elba heizt Bond-Gerüchte an
Ein kleiner Tweet von Idris Elba genügte, um "Luther"- und "James Bond"-Fans gleichermaßen durchdrehen zu lassen.