Sicario 2

Um die amerikanischen Sicherheitsbehörden auf Trab zu halten und von ihren eigenen Aktionen abzulenken, schleusen die mittel- und südamerikanischen Drogenkartelle seit einiger Zeit gezielt Terroristen über die US-mexikanische Grenze in die Vereinigten Staaten ein. Um dies zu unterbinden, will eine US-Sondereinheit einen perfiden Plan in die Tat umsetzen. Die Konflikte zwischen den eigentlich rivalisierenden Kartellen sollen gezielt geschürt werden, diese in einen Krieg untereinander verwickelt werden, damit sie sich gegenseitig schwächen. Teil des Plans: Isabela Reyes, die Tochter des Kartell-Chefs Carlos Reyes, soll entführt werden, um so ihren Vater in die Enge zu treiben und zum Losschlagen gegen die anderen Kartelle zu verleiten. Für diese streng geheime und illegale Mission kehren der undurchsichtige CIA-Agent Matt Graver (Josh Brolin) und der Söldner Alejandro Gillick (Benicio del Toro) ins Grenzgebiet zurück. Was jedoch niemand in der Führung der Sondereinheit weiß: Alejandro und Reyes haben eine gemeinsame Vergangenheit und Alejandro sieht mit diesem Einsatz endlich seine Chance auf Rache gekommen ...

Beinharte Fortsetzung des elektrisierenden Drogenthrillers aus dem Jahr 2015, in dessen Mittelpunkt diesmal die schon im Original von Josh Brolin und Benicio Del Toro gespielten Figuren rücken. Wenn jemals ein Film nicht danach geschrien hat, eine Fortsetzung zu bekommen, dann war das "Sicario", der brillante Thriller von Denis Villeneuve mitten aus dem blutenden Herzen des Drogenkriegs an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Zu in sich geschlossen war die Handlung mit dem wilden Haken, den das Drehbuch von Taylor Sheridan in den letzten 15 Minuten schlug: Wie der Film die Protagonistin, gespielt von Emily Blunt, mit einem genialen Kniff als einfaches Bauernopfer outete, das einfach nur eine Rolle in einem groß angelegten Plan spielte, damit Benicio Del Toro als titelgebender Killer im Auftrag von Josh Brolin einen Drogenbaron und seine Familie beseitigen konnte, schloss eine Fortführung der Handlung eigentlich aus. Nur dass Sheridan, seither mit "Hell or High Water" und "Wind River", bei dem er auch erstmals Regie führte, zum Starautor aufgestiegen, einen smarten Einfall hatte, wie es dann doch weitergehen könnte in dieser höllengleichen Filmwelt, die einem Roman von Don Winslow entsprungen sein könnte: Er belässt den Fokus einfach auf den von Brolin gespielten CIA-Aufräumer Graver und dessen Sicario Alejandro und schickt sie zurück in den Grenzkrieg, als brave Soldados fürs Grobe. "Diesmal gelten keine Regeln", knurrt der bullige Brolin, als das Verteidigungsministerium ihn auswählt, wieder gegen die Drogenkartelle in den Krieg zu ziehen. Um einen Krieg unter ihnen zu starten, organisiert er die Entführung der Tochter eines mächtigen Drogenbarons und lässt es so aussehen, als stecke die Konkurrenz dahinter. Als Alejandro nach einem Angriff auf ihren Konvoi mit dem Mädchen allein in der mexikanischen Einöde zurückbleibt, versuchen sie sich in die USA zurück zu kämpfen. Hier kommt Miguel ins Spiel, ein 14-jähriger texanischer Junge, der von ansässigen Gangstern losgeschickt wurde, Flüchtlinge über die Grenze zu geleiten. Diesmal gelten keine Regeln. Das gilt auch für Regisseur Stefano Sollima, Sohn des legendären Sergio Sollima ("Brutale Stadt"), der in seiner Heimat Italien mit "Suburra" und der Serie "Gomorrha" eine starke Visitenkarte hinterlassen hatte und hier unterstreicht, warum man ihn als Zukunft des Actionfilms bezeichnet. Weil er perfekte Kontrolle über das Medium hat und bereit ist, immer einen Schritt weiter zu gehen, als man es dem Film zutrauen würde: Gleich am Anfang sieht man eine Gruppe von islamistischen Terroristen, die sich in einem Supermarkt in die Luft sprengen - und dabei auch keine Gnade für eine Mutter und ihr Mädchen haben, die um ihr Leben flehen. Ich mache keine Gefangenen, sagt der Film in diesem Moment. Und er hält sein Versprechen: Besonders schockierend ist eine Handlungsentwicklung zu Beginn des dritten Akts, die man in dieser Radikalität niemals erwarten würde. Und doch gibt es einen Kontrapunkt zu der unerbittlichen Härte, mit der dieser amerikanische "Tropa de Elite" mit seinen schnörkellosen Kolportagebildern ans Werk geht. Wie "Logan" im vergangenen Jahr verbeugt sich auch "Sicario 2" als eine Art Endzeitwestern aus dem Hier und Jetzt vor "Mein großer Freund Shane": Wieder erweckt ein Mädchen eine längst verschüttet geglaubte Menschlichkeit in dem zur Tötungsmaschine verkommenen Protagonisten, von Benicio Del Toro mit seelenvollem Körpereinsatz gespielt. Wenngleich man das Kino diesmal nicht so beseelt verlässt wie bei dem doch noch etwas gelungeneren "Sicario", weil gerade der Schluss zu wünschen übrig lässt (und etwas aufdringlich auf einen geplanten dritten Teil verweist), bietet "Day of the Soldado" doch erfreulich konsequentes und wenig zimperliches Entertainment für ein erwachsenes Publikum, das seine Genrethrills am liebsten in eine smart erzählte Geschichte eingebettet sieht. ts.

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Bewertung:

Cast

Kino 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
692 (davon 20 D-BOX Seats) 23,00 x 9,80m Dolby Digital Atmos

Kino 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
164 10,00 x 4,30m Dolby Digital 7.1

Kino 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
319 13,00 x 5,50m Dolby Digital 7.1

Kino 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
319 13,00 x 5,50m Dolby Digital 7.1

Kino 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
271 12,10 x 5,20m Dolby Digital 7.1

OnyxLED

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
228 (davon 8 D-BOX Seats) 10,30 x 5,40m Dolby Digital 7.1

Kino 7

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
232 10,50 x 4,50m Dolby Digital 7.1

Kino 8

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
271 12,00 x 5,10m Dolby Digital 7.1

Kino 9

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
432 (davon 12 D-BOX Seats) 17,00 x 7,00m Dolby Digital 7.1

Kino 10

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
435 17,00 x 7,00m Dolby Digital 7.1

Kino 11

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
164 9,50 x 4,00m Dolby Digital 7.1

Kino 12

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
172 9,50 x 4,00m Dolby Digital 7.1