Meine teuflisch gute Freundin

Lilith ist 14 Jahre alt und langweilt sich daheim. Dabei wohnt sie an einem höchst ungewöhnlichen Ort: in der Hölle! Denn Lilith ist die Tochter des Teufels (Samuel Finzi), der sie andauernd mit Vorhaltungen und Regeln nervt. Darum will Lilith lieber auf die Erde und dort Unheil treiben. Also schließt sie einen echten Teufelspakt mit ihrem Vater: Wenn sie es schafft, auf der Erde einen guten Menschen zum Bösen zu verführen, dann darf sie dort unten bleiben ? wenn nicht, droht ein todlangweiliger Job in der Buchhaltung der Hölle. Nur dumm, dass der Mensch, den Lilith verführen soll, sich als absolut herzensgut erweist: Greta Brinstein (Janina Fautz) ist so ungefähr das liebste Mädchen, dass man sich nur vorstellen kann, und bietet Lilith sofort bedingungslose Freundschaft an. In Gretas Schule lernt Lilith dann auch noch Mitschüler Samuel (Ludwig Simon) kennen, der ungeahnte Gefühle bei Lilith auslöst, die ihren teuflischen Auftrag nicht gerade leichter machen. Kann Lilith dem Charme menschlicher Güte widerstehen ? oder muss sie am Ende gar auf ewig in der Hölle schmoren?

Satan schickt seine Tochter auf die Erde - und lässt sie romantische Gefühle entdecken in Marco Petrys beschwingter Sommerkomödie. Der Teufel hat's gut im deutschen Unterhaltungskino. Nachdem er 1999 in "Der große Bagarozy" und 2001 in "666 - Traue keinem, mit dem du schläfst" Finsternis oder zumindest ein bisschen Amoral auf die Erde bringen wollte, ist der Gehörnte nunmehr auch in Marco Petrys Verfilmung von Hortense Ullrichs Jugendroman How to Be Really Bad, in Drehbuchform gebracht von Petry gemeinsam mit Rochus Hahn, wieder am Werk, Zwietracht zu säen und der Sünde Vorschub zu leisten. Oder genauer gesagt: Satans attraktiver Satansbraten Lilith rückt in den Mittelpunkt, die nach einem Zwist mit dem Papa in eine kleine Gemeinde im Norden Deutschlands geschickt wird, wo sie aus dem bravsten Mädchen des braven Städtchens binnen einer Woche das Böse herauskitzeln soll. Gelingt es ihr, wird sie in den Außendienst entlassen. Scheitert sie, ist sie zum ewigen Aufenthalt in einem Kämmerchen in der Hölle verdammt. Natürlich ist der Teufel, wie ihn Samuel Finzi hier spielt, nicht mit De Niros dämonischem Louis Cypher aus "Angel Heart" zu vergleichen: Er ist eher ein eleganter Herr mit dämonischem Blick. Und auch Lilith ist nicht gerade der Inbegriff des Höllischen. Eher zeigt der Film sie, wie von Emma Bading gespielt, eine kesse, selbstbewusste junge Frau, die sich nichts gefallen lässt, weshalb sie eigentlich genau das richtige Mädchen am richtigen Platz ist, um die schüchterne Greta, eine zuckersüße Unschuld vom Lande, ein bisschen aus der Reserve zu locken. Man muss nicht mit dem Teufel im Bunde sein, um nicht nach fünf Minuten schon erraten zu können, dass alles ganz anders kommt, und es vor allem um der Widerspenstigen Zähmung geht: Lilith ist es, die, umgeben von den vielen liebenswerten Menschen und dem attraktiven Rebellen Samuel, lernt, dass Nettsein nicht unbedingt das Schlechteste sein muss, speziell wenn man sich wider Erwarten richtig verliebt. Marco Petry hat darum in seiner ersten Arbeit seit "Doktorspiele" (mehr als 700.000 Besucher) einen heiteren und kaum wolkigen Film gebaut, der ein bisschen so ist wie die von Janina Fautz gespielte Greta: nett, brav, ein bisschen unbedarft und ziemlich liebenswert. Das Debüt der Münchner Tempest Film, die in diesem Jahr auch noch mit "Tabaluga" in den deutschen Kinos durchstarten werden, ist ein beschwingter Sommerfilm für das gerade "Bibi & Tina" entwachsene Publikum, bei dem das Herz am rechten Fleck schlägt - und das gerne etwas mehr wie Lilith hätte sein dürfen: Ein wenig vermisst man das Diabolische,das Abgründige. Aber vielleicht ist das auch nur der verdorbene Blick eines Erwachsenen, der schon viel zu viele Filme in seinem Leben gesehen hat. Die Zielgruppe wird diese Einwände vermutlich nicht haben und sich teuflisch gut unterhalten fühlen. ts.

Vielen Dank für Ihre Bewertung!
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Bewertung:

Cast

Rex

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
216 12,90 x 5,20m Dolby Digital 5.1

Sunset

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
78 6,20 x 2,60m Dolby Digital 5.1

Chaplin

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
72 6,00 x 2,50m Dolby Digital 5.1