In den Favelas von Rio de Janiero bestimmen seit etwa drei Jahrzehnten gut organisierte Straßenbanden, wo es lang geht. Aus bescheidenen Raufbold-Anfängen in den 60ern erwuchs eine kriminelle Hydra, die neben dem Drogenhandel und dem Glücksspiel längst auch die Lokalpolitik im Slum organisiert. Drei junge Leute stehen im Mittelpunkt der Handlung: Gangleader Benny (Phelipe Haagensen), allseits geachtet, weil er Konflikte auch schon mal ohne Waffen löst, dazu Bennys Juniorpartner Lil' Dice, ein Psychopath reinsten Wassers, und schließlich Rocket, der die Knarre gegen die Kamera getauscht hat. Ein Ruf wie Donnerhall eilt nicht ohne Grund diesem packend und rasant inszenierten, drei Jahrzehnte und Generationen umspannenden Ghetto-Epos voraus. Fernando Meirelles schuf das bildgewaltige Meisterwerk nach einem über 700 Seiten umfassenden Bestseller von Paulo Lins. Aus den Augen von Hobby-Fotograf Rocket wird mit Blick auf Gangsterchef Benny und dessen psychopathischen Partner Lil'Dice sowie weitere hundert Jugendliche die Geschichte der Gangs in den Slums von Rio de Janeiro von den Sechzigern über die ausufernden Bandenkriege in den Siebzigern bis zu den Eighties erzählt, in denen das Imperium zu bröckeln beginnt. In den Slums von Rio de Janeiro, den so genannten Favelas, geht es brutal zu. Mit den drei Hauptpersonen erlebt man hautnah den unerbittlichen Alltag unter dem Zuckerhut zwischen den späten sechziger und den frühen achtziger Jahren: da ist der brutale Dadinho, der sich zu Rios meist gehasstem Drogenbaron aufschwingt, der schüchtern-scheue Buscapé, der Fotograf und so unfreiwillig zum Chronisten der Geschehnisse wird, und schließlich der wackere Mane Galinha, der dem Vergewaltiger seiner Freundin eiskalte Rache schwört.