The Killing of a Sacred Deer

Der erfolgreiche, charismatische Herzchirurg Steven und seine Ehefrau Anna, eine angesehene Augenärztin, leben mit ihren Kindern Bob und Kim das scheinbar perfekte Leben: Man versteht einander und kann sich Luxus leisten. Steven hat eine Freundschaft zum 16-jährigen, vaterlosen Teenager Martin aufgebaut. Nachdem dessen Vater bei einer von ihm durchgeführten Operation starb, hat Steven den Jungen unter seine Fittiche genommen. Der Chirurg und Martin sehen sich regelmäßig und Steven lernt auch seine Mutter kennen. Doch dem Teenager geht es nur um Rache. Er will Steven zu einer schrecklichen Tat zwingen, indem er ihn auf teuflische Art erpresst...

Krasser Schocker über einen Herzchirurgen, der von einem Gegenspieler zum Äußersten getrieben wird. Kalt lassen einen die Arbeiten von Yorgos Lanthimos nicht. Auch der neue Film des griechischen Agent provocateurs teilte Cannes, wo er für sein Drehbuch ausgezeichnet wurde, in zwei Lager. Die einen feierten seine furchtlose Waghalsigkeit, die anderen empfanden ihn als oberflächlichen Angeber. Nicht einmal der auch schon ungeheure Vorgänger "The Lobster" kann einen vorbereiten auf "The Killing of a Sacred Deer", ein, wie ich fand, vor Grausamkeit triefender Horrorthriller, den seine Fans wiederum als Mischung aus "Funny Games" und "Eyes Wide Shut" feiern. Nun wirft man Michael Haneke gerne vor, unbarmherzig, ja grausam in seiner Betrachtung der menschlichen Natur zu sein. Aber er erhebt sich nicht über die Figuren, die er zeigt. Ebenso war Kubrick ein grenzenloser Pessimist. Aber das war der Antrieb eines Künstlers, der die Menschen und das Leben liebt, aber nicht anders konnte, als seinen Schwächen, seiner unendlichen Lust an der Zerstörung und Gewalt, nachzugehen. Lanthimos wirkt nicht wie jemand, der die Menschen liebt. Er gefällt sich, Gott zu spielen, seine Figuren vorzuführen, sie lächerlich, dull und apathisch wirken zu lassen, hilflos, in ihr Schicksal ergeben. Er bewegt seine wie Untote durch den Film wandelnden Charaktere wie Schachfiguren in einem abgekarteten Spiel in die eine Situation, die im Zentrum steht, um die es ihm geht: Wenn er nicht will, dass seine Frau und seine beiden Kinder einen grausam quälenden Tod sterben, muss ein erfolgreicher Herzchirurg einen von ihnen auswählen und ihn töten. Das ist entweder abstoßender Höhepunkt eines abstoßenden Films - oder aber konsequenter Abschluss des vielleicht aktuellsten Films über den Zustand der Welt. Weil in der Welt da draußen neue Regeln gelten, müssen sie das vielleicht auch für das Kino. Vielleicht kann Yorgos Lanthimos, Jahrgang 1973, die Welt nicht anders sehen. Und vielleicht muss man diesen Schocker tatsächlich als pechschwärzeste aller Satiren ansehen, die uns den Spiegel vorhält, als Operation am offenen Herzen der Menschheit, wie das erste Bild des Films insinuiert. Und vielleicht ist das Opfer, das Colin Farrell bringen muss, die Realität, in der wir leben. Dann ist "The Killing of a Sacred Deer" tatsächlich ein Must-See-Film. Aber gefallen muss er einem nicht. ts.

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Bewertung:

Cast

Manhatt.

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
92 7,50 x 4,50m Dolby Digital 5.1

Graffiti

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
92 6,00 x 3,70m Dolby Digital 5.1

Casabl.

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
90 4,80 x 2,25m Dolby Digital 5.1

Broadw.

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
196 6,80 x 4,20m Dolby Digital 7.1

Kino 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
110 9,56 x 4,05m Dolby Digital 7.1

Kino 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
110 9,56 x 4,05m Dolby Digital 7.1

Kino 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
110 9,56 x 4,05m Dolby Digital 7.1

Kino 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
151 10,62 x 4,49m Dolby Digital 7.1

Kino 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
193 (davon 12 D-BOX Seats) 12,63 x 5,30m Dolby Digital Atmos

Kino 6

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
455 (davon 24 D-BOX Seats) 19,06 x 8,05m Dolby Digital Atmos

Kino 7

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
102 (davon 8 D-BOX Seats) 9,64 x 4,08m Dolby Digital 7.1

Kino 8

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
106 9,64 x 4,08m Dolby Digital 7.1

Kino 9

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
106 9,64 x 4,08m Dolby Digital 7.1