Das schönste Mädchen der Welt

Roxy (Luna Wedler) ist neu in der Klasse und verdreht gleich allen Jungs den Kopf. Die schlagfertige 17-Jährige ist gerade von ihrer alten Schule geflogen und hat null Bock auf die anstehende Klassenfahrt nach Berlin. Im Bus freundet sie sich mit dem sensiblen Außenseiter Cyril (Aaron Hilmer) an, der sie mit seinem Wortwitz überrascht. Cyril ist sofort Feuer und Flamme, rechnet sich aber keine Chancen aus, denn er wird von allen wegen seiner großen Nase verspottet. Roxy scheint sich außerdem mehr für den attraktiven Rick (Damian Hardung) zu interessieren. Blöderweise ist der ein geistiger Tiefflieger und bringt keine drei Worte am Stück raus. Als auch noch Aufreißer Benno (Jonas Ems) ein Auge auf Roxy wirft, startet Cyril eine waghalsige Verkupplungsaktion, um Roxy vor Bennos falschem Spiel zu schützen: Er schreibt für Rick coole Songs und romantische SMS, damit dieser bei Roxy ganz groß punktet. Doch wer wird "das schönste Mädchen der Welt" am Ende erobern?

Hinreißende romantische Komödie, die den Klassiker "Cyrano De Bergerac" als pfiffiger Highschoolspaß ins Rapmilieu verlegt. Bescheuerte Idee eigentlich, den Klassiker "Cyrano de Bergerac" neu erzählen zu wollen. Oder? Und ihn dann nicht einfach nur ins Hier und Jetzt zu verlegen, wie das schon "Roxanne" gemacht hatte, sondern einen deutschen Highschoolfilm daraus zu machen, in dem Rap-Battles die fein gedrechselten Herzensbriefe ersetzen. Während man sich noch in Zweifel übt, wird man schon eines Besseren belehrt, gleich in der ersten Szene des Films. Denn Aron Lehmanns ("Highway to Hellas") vierter Kinofilm ist spielend die beschwingteste deutsche Schülerkomödie diesseits von Bora Dagtekin und erzählt obendrein eine Liebesgeschichte, die einem zu Herzen geht. So wie es Hollywood gelungen ist, Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" in "10 Dinge, die ich an dir hasse" oder Hester Prynnes "Der scharlachrote Buchstabe" in "Einfach zu haben" schwungvoll und originell ins Highschoolmilieu zu verlegen und auf den heutigen Stand der Dinge zu bringen, macht Lehmann aus Edmond Rostands Theaterklassiker aus dem Jahr 1897 einen prima Mix aus "Fack Ju Göhte", "American Pie" und "8 Mile". Was zunächst einmal dem Drehbuch von Lars Kraume, das noch einmal von Lehmann und Judy Horney überarbeitet wurde, zu verdanken ist, das die für ein deutsches Skript seltene Gabe besitzt, über enormen Wortwitz und Tempo zu verfügen und mit einfachen Mitteln Figuren zu zeichnen, die man sofort mag. Und der wunderbaren Kameraarbeit von Andreas Berger mit ihren stimmungsvollen Breitwandbildern oder dem musikalischen Schnitt von Ana de Mier y Ortuno. Was heißen soll: Alle Gewerke arbeiten auf so hohem Niveau, dass ein wunderbares Fundament gelegt ist für die Schauspieler, ihren Rollen Schliff zu geben. Aaron Hilmer aus "Einsamkeit und Sex und Mitleid" spielt den Jugendlichen Cyril, dem nicht nur die außerordentliche Gabe in die Wiege gelegt wurde, Wörterkaskaden in Raps zu bilden, als wäre er Deutschlands männliche Antwort auf "Patti Cake$", sondern auch, mütterlicherseits (Anke Engelke ist eine Wucht), ein Riesenzinken, unter dem er leidet wie ein Hund, weshalb er bei Rap-Battles immer nur mit gesichtsbedeckender Maske auftritt und seine Gegenüber so alt aussehen lässt, wie es ihm im Alltag als dauergehänselter Teenager niemals möglich wäre. Auf Klassenfahrt nach Berlin stößt ein neues Mädchen zur Klasse, die wunderbare Roxy, gespielt von der ebenso wunderbaren Schweizerin Luna Wedler ("Blue My Mind"), die spielend die Entdeckung des Jahres ist: Ihre Roxy ist so souverän, wortgewandt, kess, cool und sympathisch, dass man sich als Zuschauer sofort mit Cyril Hals über Kopf in sie verliebt. Die beiden Kids haben sofort einen Draht zueinander, aber aufgrund einer Verwechslung glaubt Roxy, der zwar attraktive, aber eher einfältige Rick sei der verwegene Rapper, den sie so toll findet. Um das Mädchen seiner Träume vor dem Klassenangeber Benno zu beschützen, spielt Cyril die Charade mit und bewaffnet Rick mit seinen besten Reimen. Eins zu eins "Cyrano" also, aber eben wunderbar witzig und zeitgemäß. Und als Film so überzeugend, dass es auch egal ist, wenn das Plotting manchmal ein bisschen knarzt. Am schönsten: "Das schönste Mädchen der Welt", dem seine Musik von Expertenhand (Djorkaeff) auf den Leib geschneidert wurde, steigert sich zunehmend, und die letzte Szene ist nicht nur seine beste, sondern der Film weiß das auch. Wie schön. Mic drop. ts.

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Bewertung:

Cast

Kino 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
692 (davon 20 D-BOX Seats) 23,00 x 9,80m Dolby Digital Atmos

Kino 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
164 10,00 x 4,30m Dolby Digital 7.1

Kino 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
319 13,00 x 5,50m Dolby Digital 7.1

Kino 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
319 13,00 x 5,50m Dolby Digital 7.1

Kino 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
271 12,10 x 5,20m Dolby Digital 7.1

OnyxLED

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
228 (davon 8 D-BOX Seats) 10,30 x 5,40m Dolby Digital 7.1

Kino 7

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
232 10,50 x 4,50m Dolby Digital 7.1

Kino 8

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
271 12,00 x 5,10m Dolby Digital 7.1

Kino 9

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
435 (davon 12 D-BOX Seats) 17,00 x 7,00m Dolby Digital 7.1

Kino 10

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
439 17,00 x 7,00m Dolby Digital 7.1

Kino 11

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
164 9,50 x 4,00m Dolby Digital 7.1

Kino 12

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
172 9,50 x 4,00m Dolby Digital 7.1