Shoplifters - Familienbande

Die zwei Gauner Osamu Shibata und sein Sohn Shota treffen in einer kalten Winternacht auf ein verwahrlostes Mädchen, als sie von einer Diebestour zurückkehren. Kurzerhand nimmt Osamu die kleine Yuri mit nach Hause, damit sie eine warme Mahlzeit zu essen bekommt. Schnell wird das neue Familienmitglied von der Schwester bis zur Oma im engen Zuhause liebevoll aufgenommen und alle leben glücklich in den Tag hinein. Mit Betrügereien und Ladendiebstählen halten sie sich über Wasser. Doch dann werden durch einen Zufall gut geschützte Familiengeheimnisse aufgedeckt ? und plötzlich gerät das heile Familienleben in Gefahr.

Starkes, erschütterndes Drama des japanischen Cannes-Stammgasts Hirokazu Kore-eda, der im Wettbewerb zuletzt 2015 mit "Unsere kleine Schwester" vertreten gewesen war. "Shoplifters" greift die Grundidee von "Vater und Sohn" auf, der 2013 den Jurypreis gewann und dem damaligen Jurypräsidenten Steven Spielberg so gut gefiel, dass er sich die amerikanischen Remakerechte sicherte. Wieder beschäftigt Kore-eda die Frage, was Familie bedeutet, was es heißt, ein Vater oder eine Mutter zu sein: Ist es eine Frage der Biologie oder einfach eine Frage der Liebe? Anders als bei dem etwas konstruiert wirkenden "Vater und Sohn" ist dieser Themenkomplex hier aber nur der Ausgangspunkt für ein noch viel komplexeres Gebilde, das sich dem Zuschauer in seiner ganzen tragischen Tragweite erst nach und nach erschließt. Zunächst erlebt man also eine japanische Familie, die am Existenzminimum lebt, obwohl der Vater Vollzeit auf dem Bau arbeitet und die Mutter Geld in einer Industriewäscherei verdient. Um über die Runden zu kommen, geht der Vater mit seinem etwa zehnjährigen Sohn auf kleinere Raubzüge in Supermärkten, die sie perfekt aufeinander abgestimmt souverän und ohne moralische Bedenken durchziehen. Als sie in der bitteren Kälte ein frierendes und offenbar misshandeltes Mädchen auf einem Balkon entdecken, nehmen sie es mit nach Hause und lassen es, auch weil sich die leibliche Mutter nicht weiter um das Verschwinden ihres Kindes sorgt, bei sich in ihrem winzigen Wohnraum bleiben,b ehandeln es mit großer Liebe und Zuneigung wie ein Familienmitglied. Nach und nach werden Risse in der Fassade erkennbar, denn offenbar ist eben mit Ausnahme des liebevollen und rücksichtsvollen Umgangs miteinander nichts so, wie es zunächst scheint. Mehr zu verraten, hieße den Spaß an dem Film zu schmälern. Aber man kann sagen, dass Kore-eda seinen mit Fehlern behafteten Hauptfiguren mit großer Menschlichkeit und Verständnis für ihre Schwächen und Fehler begegnet: Er beurteilt sie nicht - oder besser: nur nach dem, wie sie miteinander umgehen. Und das macht diesen am Ende so erschütternden Film zu einem großen und nachhaltigen Erlebnis. ts.

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Bewertung:

Cast

Kino 1

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
110 9,56 x 4,05m Dolby Digital 7.1

Manhatt.

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
92 7,50 x 4,50m Dolby Digital 5.1

Kino 2

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
110 9,56 x 4,05m Dolby Digital 7.1

Graffiti

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
92 6,00 x 3,70m Dolby Digital 5.1

Casabl.

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
90 4,80 x 2,25m Dolby Digital 5.1

Kino 3

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
110 9,56 x 4,05m Dolby Digital 7.1

Broadw.

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
196 6,80 x 4,20m Dolby Digital 7.1

Kino 4

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
151 10,62 x 4,49m Dolby Digital 7.1

Kino 5

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
193 (davon 12 D-BOX Seats) 12,63 x 5,30m Dolby Digital Atmos

Kino 6

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
455 (davon 24 D-BOX Seats) 19,06 x 8,05m Dolby Digital Atmos

Kino 7

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
102 (davon 8 D-BOX Seats) 9,64 x 4,08m Dolby Digital 7.1

Kino 8

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
106 9,64 x 4,08m Dolby Digital 7.1

Kino 9

Sitzplätze Leinwand Soundsystem
106 9,64 x 4,08m Dolby Digital 7.1